24.11.2018 Hamburger Abendblattt: Grünen-Politiker Cem Özdemir beim Herrenabend

Grünen-Politiker Cem Özdemir beim Herrenabend

Axel Tiedemann
Gruppenbild mit Dame. Der Vorstand des Wirtschaftsvereines mit Cem Özdemir (Mitte 4.vl.): Andreas Schildhauer, Martin Mahn, Franziska Wedemann, Udo Stein und Beiratsvorsitzender Jochen Winand (v.l.)

Gruppenbild mit Dame. Der Vorstand des Wirtschaftsvereines mit Cem Özdemir (Mitte 4.vl.): Andreas Schildhauer, Martin Mahn, Franziska Wedemann, Udo Stein und Beiratsvorsitzender Jochen Winand (v.l.)

Foto: Axel Tiedemann / HA

Harburg.  Es gab Maronen-Créme Suppe mit Apfelperlen, eine faszinierende und launische Rede und dann Crèpinette vom Schwarzfederhuhn auf Rahm-Spitzkohl: Knapp 400 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft kamen am Freitagabend zum traditionellen „Herrenabend“ des Wirtschaftsverein für den Hamburger Süden in das Hotel Lindtner in Heimfeld. Gastredner war der Grünen-Spitzenpolitiker Cem Özdemir, der wie zuvor der Vorsitzende des Vereins, Arnold G. Mergell, auch, vor einem wachsenden Populismus und Nationalismus warnte. Özdemir sprach sich hingegen leidenschaftlich für ein starkes Europa aus, das sich nur so den Herausforderungen der Zeit stellen könne.

Dem aus Schwaben stammenden Politiker gelang es dabei, den Bogen zu spannen, dass sowohl Nachhaltigkeit als auch wirtschaftlicher Erfolg eben nur so prosperieren könnten. Wobei Özdemir immer wieder die Zuhörer mit Humor gewinnen konnte. In Anspielung auf die gescheiterte FDP-Grünen-CDU Jamaika-Koalition, sprach er von sich selbst beispielsweise als „Außenminister in spe a.D:“, nachdem ihn Mergell zuvor als einen der beliebtesten deutschen Politiker und aussichtsreichen Spitzenkandidat bei der Wahl 2017 vorgestellt hatte.

Die Tradition des „Herrenabends“ geht auf ein sogenanntes Senats-Essen zurück, das der Verein seit seiner Gründung 1947 zunächst veranstaltet hatte. Später wurde daraus der „Herrenabend“, bei dem jedesmal gut 400 Gästen und natürlich längst auch viele Damen in den großen Saal des Hotel kommen. Zur Tradition zählt auch, dass jedes Jahr dazu ein prominenter Gastredner eingeladen wird. Wobei der Verein immer einmal wieder Weitsicht bewies. So erinnerte Vereinschef Mergell mit Blick auf die weitere, mögliche Karriere von Özdemir daran, dass 1995 beispielsweise Gerhard Schröder Redner beim „Herrenabend“ gewesen war – drei Jahre bevor er zum Bundeskanzler gewählt wurde.